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Flexible Kunststoffverpackungen im Kreislauf: Wie InFACT Europas Verpackungszukunft voranbringen will

Kaffeebeutel, Fleischverpackungen oder Süßwarentüten: Flexible Kunststoffverpackungen sind aus den Supermärkten nicht wegzudenken, gelten aber bis heute als eine der größten Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft. Mit dem Projekt InFACT bauen 16 internationale Partner, darunter Interzero, eine systematische Wertschöpfungskette auf. Ziel ist es, haushaltsnah gesammelte flexible Kunststoffverpackungen mithilfe des chemischen Recyclings zu neuem Verpackungsrohstoff für lebensmitteltaugliche Anwendungen zu verarbeiten.

Flexible Verpackungen machen einen erheblichen Anteil des europäischen Verpackungsmarktes aus und sind in Form von Chipstüten, Kaffeebeuteln oder Snackverpackungen fester Bestandteil des Alltags vieler Verbraucherinnen und Verbraucher. Mehr als die Hälfte aller auf den europäischen Einzelhandelsmärkten verkauften Lebensmittel ist laut Branchenverband Flexible Packaging Europe in flexiblen Verpackungen verpackt. Sie schützen Produkte, verlängern Haltbarkeit und leisten gerade im Lebensmittelbereich einen wichtigen Beitrag zu Qualität und Sicherheit. Gleichzeitig zählen sie zu den großen ungelösten Herausforderungen der europäischen Kreislaufwirtschaft. Denn: Bislang wird nur ein vergleichsweise kleiner Teil recycelt. Laut CEFLEX liegt die Recyclingquote flexibler Verpackungen in Europa unter 20 Prozent. Ein wesentlicher Grund dafür ist die hohe Materialkomplexität: Viele flexible Verpackungen bestehen aus mehreren Schichten unterschiedlicher Kunststoffe, ergänzt um Barrierematerialien, Druckfarben, Klebstoffe oder metallisierte Oberflächen. Das macht die Aufbereitung mit mechanischen Recyclingverfahren schwierig.

Dabei ist der Handlungsdruck hoch. Mit der PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) verschärft die EU die Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Verpackungen und an den Einsatz von Rezyklaten. Für Unternehmen bedeutet das: Zirkuläre Verpackungslösungen müssen praktisch funktionieren, dokumentierbar sein und wirtschaftlich tragfähig werden.

„Nicht mangelnder Wille, sondern Materialkomplexität, fehlende Standards und lückenhafte Wertschöpfungsketten bremsen die Zirkularität flexibler Verpackungen“, fasst Dr. Richard von Goetze, Director Corporate Development bei Interzero, die Problemlage zusammen. 

Genau an diesem Punkt setzt InFACT (Infrastructure for the Flexible plastic pAckaging Circular Transition) an. Das internationale Projekt unter der Leitung des dänischen Forschungsinstituts DTI (Danish Technological Institute) bringt 16 Projektpartner entlang der gesamten Wertschöpfungskette flexibler Verpackungen zusammen – von Kommunen und Entsorgungsunternehmen über Sortier- und Recyclingunternehmen sowie die chemische Industrie bis hin zu Verpackungsherstellern wie Interzero-Partner Coveris und Lebensmittelherstellern als Inverkehrbringer von Verpackungen. Das Projekt wird zudem von der University of Southern Denmark akademisch begleitet. Ziel ist es, einen Weg aufzuzeigen und im Pilotmaßstab zu erproben, wie flexible Kunststoffverpackungen aus haushaltsnaher Sammlung wieder als lebensmitteltauglicher Rohstoff für neue Verpackungen eingesetzt werden können.

Kooperation entlang der Wertschöpfungskette wird zum Erfolgsfaktor

Die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist für Interzero ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Denn die Kreislauffähigkeit von Verpackungen beruht nicht allein auf Verpackungsdesign oder auf einer einzelnen Recyclingtechnologie. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Erfassung, Sortierung, Stoffstrommanagement, Aufbereitung und verlässlichen Absatzmärkten für Rezyklate. Durch den Zugang zu großen Mengen an Material aus der LVP-Haushaltssammlung übernimmt Interzero eine zentrale Rolle bei der Sortierung und bereitet die gesammelten Kunststoffverpackungen für die unterschiedlichen Recyclingwege vor.

Beteiligt sind neben dem DTI und Interzero unter anderem Nestlé Nordics, Hilton Foods, Cloetta, das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, Topsoe und Coveris. Das Projekt läuft von 2026 bis 2028.

Das Projekt zielt auch darauf ab, zu zeigen, wie sich regulatorische Anforderungen in praktische Lösungen übersetzen lassen. „Für Hersteller, Markenunternehmen und Handel wird es immer wichtiger, Verpackungen nicht nur im Hinblick auf Produktschutz und Design zu optimieren, sondern auch mit Blick auf ihre tatsächliche Kreislaufführung. Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden damit zum entscheidenden Erfolgsfaktor“, fasst Richard von Goetze zusammen. „Und: Das Engagement von Interzero für das Projekt InFACT im Bereich des chemischen Recyclings passt auch zu unseren Aktivitäten in unserem Joint Venture mit dem österreichischen Unternehmen OMV. Dort werden durch aufwendige Sortierprozesse Wertstoffe, die ansonsten in der Verbrennung landen würden, für das chemische Recycling vorbereitet“, ergänzt von Goetze. 

Für Interzero ist das Projekt ein weiterer Schritt, um zirkuläre Wertschöpfung in die industrielle Praxis zu bringen und Unternehmen sowie ganz Europa auf dem Weg zu kreislauffähigeren Verpackungslösungen zu begleiten.
 

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