Rücknahmepflicht für E-Zigaretten: Was jetzt auf den Handel zukommt
Deutschland unter Dampf: Vor allem bei jüngeren Konsumentinnen und Konsumenten sind Einweg-E-Zigaretten beliebt. Der Markt für die sogenannten Vapes ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Welche langfristigen Gesundheitsrisiken die vermeintlich harmlosere Alternative zur klassischen Tabakzigarette mit sich bringt, ist noch nicht abschließend erforscht. Klar ist jedoch: Die achtlose Entsorgung der kleinen Dampfgeräte, zum Beispiel über den Restmüll, verursacht erhebliche Gefahren für Umwelt und Sicherheit. „E-Zigaretten enthalten fest verbaute Lithium-Ionen-Batterien, die bei unsachgemäßer Entsorgung Brände in Abfallfahrzeugen und Sortieranlagen verursachen können“, erläutert Tim Brauer, Experte für Rücknahmelösungen bei Interzero. „Landen die gebrauchten Vapes in der Müllverbrennung, gehen außerdem wertvolle Rohstoffe für das Recycling verloren. Aus Sicht der Kreislaufwirtschaft sind strengere gesetzliche Vorgaben daher durchaus sinnvoll.“
Stärkere Regulierung für E-Zigaretten ab 2026 – ElektroG gibt den Rahmen vor
E-Zigaretten gelten rechtlich als Elektrogeräte. Damit greift auch für diese Produktgruppe die Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG), die Anfang 2026 in Kraft getreten ist und das Recycling stärken soll. Nach einer Übergangsfrist können Verbraucherinnen und Verbraucher die ausgedienten Verdampfer ab 1. Juli 2026 an allen Verkaufsstellen zurückgeben, zum Beispiel auch an Tankstellen oder Kiosken. Händler sind künftig dazu verpflichtet, deutlich über die Rückgabemöglichkeit in ihren Filialen zu informieren. So soll bereits im Eingangsbereich das bundeseinheitliche Sammelstellenlogo der „grünen Steckdose“ erkennbar sein; hinzu kommt eine Information direkt am Ladenregal: Das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne informiert die Kundinnen und Kunden darüber, dass E-Zigaretten nach der Gebrauchsphase getrennt zu entsorgen sind.
Jetzt handeln und sich rechtssicher vorbereiten
Die Organisation der Entsorgungslogistik – von der sicheren Sammlung und Lagerung der Altgeräte bis zur Übergabe an zertifizierte Entsorgungs- und Recyclingsysteme – stellt viele Unternehmen vor neue Herausforderungen. „Für den stationären Handel wie den Online-Vertrieb zählen die neuen Vorschriften zur Rücknahme von E Zigaretten zu den wichtigsten umweltrechtlichen Änderungen im Jahr 2026“, so Tim Brauer. „Entscheidend ist rechtzeitige Vorbereitung. Auch die Zusammenarbeit mit qualifizierten externen Partnern kann Unternehmen dabei unterstützen, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, Brandrisiken zu minimieren und die notwendigen internen Prozesse effizient zu gestalten.“