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Weniger ist mehr: Platz sparen durch den Einsatz von Ballenpressen

Wie können Ballenpressen zu einem nachhaltigen Rohstoffmanagement beitragen? Einfach ausgedrückt lassen wir mit den Pressen die Luft aus den Abfällen und komprimieren das Volumen um rund 90 Prozent. Das bedeutet weniger Platzbedarf, weniger CO 2 -intensive Lkw-Transporte, um die Rohstoffe ins Recycling zu bringen – und mehr Effizienz im gesamten Entsorgungsprozess. Wenn man bedenkt, dass heute häufig bis zu 30 Prozent der Kreislaufkosten auf die Logistik entfallen, ist das ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer erfolgreichen Kreislaufwirtschaft. Für wen ist diese Lösung sinnvoll? Ob Produktionsstandort, Einzelhändler oder Krankenhaus: Ballenpressen kommen überall dort zum Einsatz, wo auf begrenztem Raum viele Verpackungsabfälle zu entsorgen sind. Typischerweise handelt es sich um Kartons, Folien und Styroporverpackungen, aber auch beispielsweise für Textilien stellen wir bedarfsgerechte technische Lösungen bereit.

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Berufseinstieg in der Kreislaufwirtschaft

Unsere Teams in Marl und Leipzig haben Verstärkung bekommen: An beiden Standorten starten in diesem Jahr jeweils zwei Auszubildende – ein aufregender Meilenstein, denn es ist das erste Mal, dass wir in Marl und Leipzig Azubis begrüßen dürfen. In Marl beginnen Elias und Norman ihre Ausbildung zum Mechatroniker. Diese Ausbildung ist etwas ganz Besonderes, da sie in Zusammenarbeit mit Evonik durchgeführt wird. Die beiden werden nicht nur in unserem Betrieb tätig sein, sondern auch in der Lehrwerkstatt von Evonik und an der Berufsschule wertvolle Erfahrungen sammeln. In Leipzig freuen wir uns über die Verstärkung durch Leon und Maximilian, die eine Ausbildung zum Industrieelektriker beginnen. Auch bei ihnen werden sich Praxis- und Theoriezeiten in Betrieb und Berufsschule abwechseln. Die Mischung aus Theorie und Praxis bereitet sie optimal auf ihre zukünftigen Aufgaben vor. Hinter diesem Schritt steckt auch ein ernstes Thema: der Fachkräftemangel. In Zeiten, in denen es immer schwieriger wird, qualifizierte Mitarbeitende zu finden, setzen wir auf die Ausbildung eigener Fachkräfte. Gerade in einem Schichtsystem, das besondere Herausforderungen mit sich bringt, ist es umso wichtiger, gut ausgebildete und motivierte Mitarbeitende zu haben. Wir sind begeistert, diese neuen Gesichter bei uns begrüßen zu dürfen und freuen uns darauf, ihre Entwicklung zu begleiten. Herzlich willkommen und einen erfolgreichen Start!

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Interseroh ergänzt Wissensportal „Quickstart Online“ mit Know-how zur Verpackungslizenzierung

Köln. Interseroh steht Händlern ab sofort über das Wissensportal „Quickstart Online“ als Fachexperte für das Verpackungsgesetz zur Seite und stellt dazu auf quickstart-online.de kostenlose Schulungsvideos zur Verpackungslizenzierung bereit. In anschaulichen Fallbeispielen erklärt der Umweltdienstleister, wie sich Unternehmen, die Produkte künftig verstärkt versenden und damit auch mit der Versandverpackung den Vorgaben des Verpackungsgesetzes unterliegen, rechtssicher aufstellen können. Seit Herbst letzten Jahres erhalten Händler, die digital durchstarten wollen, über „Quickstart Online“ Schulungsangebote und Informationen zum Einstieg in den E-Commerce. Ziel der Initiative von Deutschlands größtem Handelsverband HDE, dem Netzwerk „Händler helfen Händlern“ und Amazon ist es, kleine und mittlere Unternehmen kostenfrei bei der Digitalisierung zu unterstützen und ihnen so zu mehr Zukunftssicherheit zu verhelfen. „Spätestens seit Ausbruch der Pandemie ist die Verlängerung ins Digitale für viele Unternehmen wichtiger denn je“, sagt Markus Müller-Drexel, Geschäftsführer der INTERSEROH Dienstleistungs GmbH . „Damit Hürden im Bereich Verpackungslizenzierung möglichst gering bleiben und um hohe Sanktionen bei unbeabsichtigten Verstößen gegen das Verpackungsgesetz zu vermeiden, möchten wir diese Händler über unser Schulungsangebot bei ‚Quickstart Online‘ bestmöglich vorbereiten und unterstützen.“ Die Schulungsvideos von Interseroh nehmen konkreten Bezug auf das jeweilige Verpflichtungsszenario aus Sicht eines Herstellers, Resellers sowie Importeurs: Wer ist gemäß des Verpackungsgesetzes für die Lizenzierung der in Umlauf gebrachten Verpackungen und somit für deren Recycling zuständig? Und wie sieht es im europaweiten Kontext aus? Nach Durchlaufen der Schulungen haben die Nutzer eine gute Übersicht über die Maßnahmen, die zur Erfüllung der Gesetzesvorgaben notwendig sind, und können diese in wenigen Schritten umsetzen. Zur Unterstützung kleiner und mittelgroßer Unternehmen, die lizenzierungspflichtige Verpackungen in Verkehr bringen und damit seit 2019 vom Verpackungsgesetz betroffen sind, hat Interseroh 2018 den Online-Shop Lizenzero ins Leben gerufen. Er ermöglicht eine schnelle, intuitive und komplett digitale Abwicklung der Verpackungslizenzierung und unterstützt seine Nutzer mit einem umfassenden Supportangebot. PDF Download

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Neue Studie: Recycling sichert Rohstoffe für ein klimaneutrales Europa

Berlin. „Fit for 55“ durch Kreislaufwirtschaft: Das Recycling von Rohstoffen vermindert systematisch die Treibhausgasemissionen unserer Zivilisation – und kann so einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der EU-Klimaziele leisten. Dies belegt die heute veröffentlichte Studie „resources SAVED by recycling“, die das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT im Auftrag der ALBA Group erstellt hat: Durch die Kreislaufführung von 4,8 Millionen Tonnen Wertstoffen hat die ALBA Group danach allein im Jahr 2020 rund 3,5 Millionen Tonnen klimaschädliche Treibhausgase eingespart. Eine Menge, die in etwa den Emissionen von fünf Millionen Hin- und Rückflügen zwischen Frankfurt am Main und Mallorca entspricht. Gleichzeitig sichert das Recycling wertvolle Rohstoffe für die Industrie: 2020 wurden im Vergleich zur Primärproduktion 28,8 Millionen Tonnen Ressourcen wie beispielsweise Rohöl oder Eisenerz eingespart. „Die Kreislaufwirtschaft zählt zu den stärksten Schrittmachern auf dem Weg zur Klimaneutralität“, sagt Dr. Axel Schweitzer, Vorstandsvorsitzender der ALBA Group . „Das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2030 europaweit um mindestens 55 Prozent zu verringern, werden wir nur mit einem konsequenten Einsatz von Recyclingrohstoffen erreichen.“ Zum Beispiel im Bereich Kunststoffe: Im Vergleich zu Primärkunststoffen aus Rohöl spart etwa die Nutzung hochwertiger Recyclingkunststoffe mehr als 50 Prozent Treibhausgasemissionen ein. „Dieses Potenzial muss jetzt gehoben werden“, so Schweitzer. „Wir erwarten, dass die neue Bundesregierung entschlossen handelt und den Übergang in eine kreislauf-basierte Wirtschaftsweise mit Nachdruck vorantreibt. Die Umweltvorteile des Recyclings durch die eindeutig bessere CO 2 -Bilanz sollten sich auch preislich widerspiegeln. Als Klimaschutz-Sofortmaßnahmen sind außerdem dringend klare Industriestandards für Rezyklate in Verbindung mit Mindestquoten für den Einsatz von Recyclingrohstoffen in Produkten und Verpackungen sinnvoll. Nicht zuletzt ist die öffentliche Hand gefragt, den Ressourcenschutz beim Einkauf konsequent an die erste Stelle zu setzen. Von einer nachhaltigen Beschaffung kann eine erhebliche Schubwirkung für die Kreislaufwirtschaft ausgehen.“ Kunststoffe, Metalle, Elektroaltgeräte, Holz, Papier/Pappe/Karton oder Glas: Den konkreten Nutzen der Kreislaufführung untersucht das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT seit mittlerweile 14 Jahren. Die Primär- und Recyclingprozesse für die unterschiedlichen Stoffströme werden dabei detailliert gegenübergestellt. „So können wir genau beziffern, in welchem Maße die Recyclingaktivitäten der ALBA Group zur Entlastung der Umwelt beitragen“, so Dr.-Ing. Markus Hiebel, Leiter der Abteilung Nachhaltigkeit und Partizipation bei Fraunhofer UMSICHT . Die größten Einspareffekte lassen sich aus seiner Sicht dann erzielen, wenn die gesamte Wertschöpfungskette konsequent nach dem Kreislauf-Prinzip ausgerichtet wird: „Die Transformation hin zu einer echten ‚Circular Economy‘ erfordert ein rundum neues Denken. Produkte sollten von Anfang an so konzipiert und behandelt werden, dass sie Recyclingrohstoffe enthalten – und sich am Ende sinnvoll stofflich verwerten lassen.“ PDF Download

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OMV und Interzero gründen Joint Venture für Bau und Betrieb Europas größter Sortieranlage für chemisches Recycling

Die OMV, das integrierte Unternehmen für Energie, Kraftstoffe und Rohstoffe sowie Chemikalien und Materialien mit Hauptsitz in Wien, gibt heute die finale Investitionsentscheidung für den Bau einer von Interzero* entwickelten innovativen Sortieranlage zur Herstellung von Rohstoffen für das chemische Recycling bekannt. Insgesamt wird die OMV über EUR 170 Mio in den Bau dieser hochmodernen Anlage im süddeutschen Walldürn investieren. Die OMV wird 89,9 Prozent der Anteile an dem Joint Venture halten und 10,1 Prozent der Anteile entfallen auf Interzero, dem in Europa führenden Anbieter für Kreislauflösungen. Der Produktionsstart der neuen Anlage soll 2026 erfolgen. Insgesamt werden rund 120 neue Arbeitsplätze an dem neuen Standort geschaffen. Der Spatenstich ist bereits für den 20. November 2023 mit Gästen aus der Politik geplant. Die Sortieranlage soll als erste ihrer Art in groß-industriellem Maßstab Rohstoffe für das chemische Recycling der OMV herstellen. Die von der OMV entwickelte und patentierte ReOil®-Technologie ist eine chemische Recyclinginnovation, die mechanisch nicht wiederverwertbare Kunststoffabfälle in Pyrolyseöl - eine wertvolle Ressource - umwandelt. Einsatzmaterial für die Sortieranlage sind im Wesentlichen bisher nicht rezyklierbare Mischkunststoffe, insbesondere aus der getrennten Sammlung durch den gelben Sack und die gelbe Tonne in Deutschland. Dr. Alfred Stern, CEO der OMV : „Technologie und Innovation sind Kernstücke des Fortschritts. Wir investieren und gehen daher Partnerschaften ein, um innovative Technologien zu entwickeln und im industriellen Maßstab zu skalieren. Es ist unser erklärtes strategisches Ziel, zu einem führenden Anbieter von Lösungen für nachhaltige Kraftstoffe, Chemikalien und Materialien zu werden sowie eine Schlüsselrolle in der Kreislaufwirtschaft einzunehmen. Das gemeinsame Projekt mit Interzero wird Einsatzmaterial für unsere ReOil®-Technologie bereitstellen, die dieses wiederum in hochwertige nachhaltige Rohstoffe für die Kunststoffproduktion verwandelt. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag für die Schaffung einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe.“ Dr. Axel Schweitzer, Chairman und Gesellschafter von Interzero: „Mit Interzero folgen wir der Vision einer Welt ohne Abfall. Das chemische Recycling und das mechanische Recycling sind komplementär einsetzbar und helfen uns beiden jeweils diese Vision zu verwirklichen. Ich bin überzeugt, dass mit Hilfe des chemischen Recyclings in der Zukunft die Recyclingquote in Deutschland noch einmal signifikant steigen kann und wird. Unsere einzigartige, vollautomatische Sortieranlage, die ohne manuelle Sortierung auskommt, ist ein bedeutender Schritt, bisher in die Verbrennung gehenden Rohstoffen ein zweites Leben zu geben. Für das Schließen von Kreisläufen braucht es starke Partner. Gemeinsam wollen wir langfristig denken und unsere richtungsweisende Interzero Expertise insbesondere in den Bereichen Lizenzierung von Verpackungen und Sortierung mit der führenden Expertise von OMV im Bereich des chemischen Recyclings kombinieren, um auch diesen Rohstoffkreislauf zu schließen.“ Interzero betreibt fünf Sortieranlagen für Leichtverpackungen in Deutschland und sortiert mit über 800.000 t pro Jahr rund ein Drittel des deutschen Leichtverpackungsabfalls. Damit verfügt das Unternehmen gegenwärtig über die größte Sortierkapazität in Europa und ist Technologieführer. Die Zusammenarbeit von OMV und Interzero gewährleistet die Belieferung der OMV mit nachhaltigen und hochwertigen Rohstoffen für das chemische Recycling, um den Kreislauf für Kunststoffe zu schließen. Die von Interzero entwickelte innovative, hochmoderne Sortieranlage wird über eine Kapazität zur Verarbeitung von bis zu 260.000 t gemischten Altkunststoffen pro Jahr verfügen und damit die Rohstoffe für die Produktion von neuwertigen Polyolefinen liefern. Dieses innovative Sortierverfahren ermöglicht die Gewinnung einer Polyolefin-reichen Fraktion aus einem Abfallstrom, der derzeit noch in der thermischen Verwertung endet. Im Sinne der Abfallhierarchie liegt der Fokus daher bei den hier eingesetzten Altkunststoffen, die nicht für mechanisches Recycling geeignet sind. Damit wird sichergestellt, dass chemisches Recycling nicht in Konkurrenz zum mechanischen Recycling steht. Der in der neuen Sortieranlage eingesetzte Sortierprozess wurde bereits im industriellen Maßstab getestet, und das Produkt erfolgreich als Rohstoff in der ReOil®-Pilotanlage der OMV verarbeitet. Am OMV Standort Schwechat wird derzeit eine neue ReOil®-Anlage mit einer Kapazität von 16.000 t pro Jahr errichtet. Wie die bestehende Pilotanlage wird auch die neue Anlage über eine ‚International Sustainability and Carbon‘-Zertifizierung (ISCC PLUS) verfügen, die die Rückverfolgbarkeit über die gesamte Lieferkette sicherstellt und gewährleistet, dass die Wertschöpfungskette alle Umwelt- und Sozialstandards erfüllt. Die ReOil®-Anlage wird den höchsten industriellen Sicherheitsstandards entsprechen und vollständig in den petrochemischen Bereich der Raffinerie Schwechat integriert sein, wodurch die OMV eine optimale Nutzung der Ressourcen und eine maximale Effizienz gewährleisten kann. Der nächste Schritt ist die Entwicklung einer ReOil®-Anlage im industriellen Maßstab mit einer geplanten Kapazität von 200.000 t pro Jahr. *an den Sortierstandorten noch unter ALBA Recycling firmierend Über OMV Aktiengesellschaft Es ist unser Unternehmenszweck, die Grundlagen für ein nachhaltiges Leben neu zu erfinden. Die OMV wandelt sich zu einem führenden Unternehmen für nachhaltige Kraftstoffe, Chemikalien und Materialien mit einer Schlüsselrolle in der Kreislaufwirtschaft. Heute ist sie in den integrierten Geschäftssegmenten Energy, Fuels & Feedstock und Chemicals & Materials tätig. Durch die schrittweise Umstellung auf ein kohlenstoffarmes Geschäft strebt die OMV an, bis spätestens 2050 Netto-Null zu erreichen. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2022 einen Umsatz von EUR 62 Milliarden und beschäftigt rund 22.300 diverse und talentierte Mitarbeiter:innen. OMV Aktien werden an der Wiener Börse (OMV) sowie als American Depository Receipts (OMVKY) in den USA gehandelt. Weitere Informationen auf www.omv.com .

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Chemisches Recycling bleibt teurer als Neuware. Warum die Technologie trotzdem unverzichtbar ist

Eine aktuelle Studie des Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission kommt zu einem klaren Ergebnis: Chemisches Kunststoffrecycling wird auf absehbare Zeit nicht mit den Kosten von Kunststoffneuware (Virgin) konkurrieren können. Die untersuchten Verfahren, insbesondere Pyrolyse und Solvolyse, bleiben aufgrund der zusätzlichen Verarbeitungs- und Aufbereitungsschritte wirtschaftlich anspruchsvoll. Für die Zukunft der Kreislaufwirtschaft ist damit jedoch längst nicht alles gesagt. Denn die eigentliche Frage lautet nicht, ob chemisches Recycling günstiger ist als Neuware. Sondern ob Europa es sich leisten kann, auf zusätzliche Recyclingkapazitäten zu verzichten. „Wer chemisches Recycling allein über die Produktionskosten bewertet, greift zu kurz. Entscheidend ist auch, welche Primärressourcen dadurch ersetzt und welche Abfallströme überhaupt wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden können“, sagt Dr. Richard von Goetze, Director Corporate Development bei Interzero. Nicht entweder oder, sondern sowohl als auch Die Diskussion über chemisches Recycling wird häufig als Konkurrenz zum mechanischen Recycling geführt. Tatsächlich zeigt die Praxis ein anderes Bild. Mechanisches Recycling bleibt überall dort die bevorzugte Lösung, wo Kunststoffe hochwertig und effizient werkstofflich verwertet werden können. Chemisches Recycling soll diese Stoffströme nicht ersetzen, sondern ergänzen. Sein Potenzial liegt insbesondere bei Kunststofffraktionen, die heute aufgrund ihrer Zusammensetzung, Verschmutzung oder Materialverbunde nur eingeschränkt oder gar nicht mechanisch recycelbar sind. „Jeder Kunststoff, der hochwertig mechanisch recycelt werden kann, sollte auch mechanisch recycelt werden. Chemisches Recycling als komplementäre Technologie setzt dort an, wo die technischen Grenzen des mechanischen Recyclings erreicht sind“, so von Goetze. Damit folgt die Technologie einem klaren Ziel: zusätzliche Mengen in den Kreislauf zu bringen oder vor der Verbrennung zu retten, anstatt bestehende Recyclingströme umzulenken. Der Rohstoff von morgen landet heute noch in der Verbrennung Genau hierin liegt auch die Antwort auf die häufig geäußerte Sorge, dass eine wachsende Konkurrenz um Kunststoffabfälle entstehen könnte. Der größte Hebel liegt nicht bei den bereits etablierten Recyclingströmen, sondern bei den Abfällen, die gegenwärtig noch thermisch verwertet werden. Verbundmaterialien, stark gemischte Kunststofffraktionen oder andere schwer verwertbare Stoffströme landen heute weitestgehend noch in der Verbrennung. So zeigt die Ökobilanz der dualen Systeme beispielsweise, dass in der Vergangenheit rund 75 Prozent der aussortierten Mischkunststoffe energetisch verwertet wurden. Chemisches Recycling eröffnet die Möglichkeit, zumindest einen Teil dieser Mengen künftig als Rohstoffquelle zu nutzen. „Die wichtigste Ressource für das chemische Recycling sind nicht die Wertstoffe, die heute schon erfolgreich mechanisch recycelt werden. Die eigentliche Chance liegt in den Kunststofffraktionen, die bislang keinen Weg zurück in den Kreislauf finden und bisher in der Verbrennung landen“, sagt von Goetze. Ohne hochwertigen Feedstock keine Kreislaufwirtschaft Die JRC-Studie verweist zudem auf einen weiteren Punkt: Die Qualität des eingesetzten Ausgangsmaterials ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit chemischer Recyclingverfahren. Deshalb gewinnt die gezielte Aufbereitung geeigneter Stoffströme zunehmend an Bedeutung. Ein Beispiel dafür ist das Joint Venture von Interzero und OMV in Walldürn. Dort steht eine der größten Nachsortieranlagen Europas für chemisches Recycling. Ziel ist es, gemischte Kunststoffabfälle aus der Sortierung des Gelben Sacks in Deutschland so aufzubereiten, dass sie als hochwertiger Rohstoff für nachgelagerte Recyclingprozesse genutzt werden können. „Die Qualität des Inputmaterials entscheidet maßgeblich über die Qualität des Outputs. Deshalb investieren wir entlang der gesamten Sortierprozesskette. Chemisches Recycling braucht hochwertigen Feedstock und genau diesen schaffen wir durch moderne Nachsortierung“, erläutert Thomas Herkert, Senior Vice President bei Interzero. Anerkennung schafft Investitionssicherheit Die Studie der Europäischen Kommission unterstreicht: Regulatorische Rahmenbedingungen werden eine zentrale Rolle für die Entwicklung des Marktes spielen. Rezyklatquoten und europäische Vorgaben werden die Nachfrage nach chemisch erzeugten Rezyklaten deutlich erhöhen. Gleichzeitig bleibt die Wirtschaftlichkeit für Investoren eine Herausforderung. Für einen weiteren industriellen Hochlauf müssen die Verfahren skaliert werden. Dafür braucht es insbesondere verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen. Dazu gehört insbesondere die Anerkennung der Massenbilanzierung. Als Nachweismethode ermöglicht sie die Zuordnung recycelter Rohstoffe entlang komplexer petrochemischer Wertschöpfungsketten. Nur wenn regulatorische Anerkennung, Skalierung und Marktanreize zusammenspielen, können Investitionen in neue Kapazitäten langfristig abgesichert werden. Bei der regulatorischen Anerkennung chemisch erzeugter Rezyklate sollte unbedingt auch das Ausgangsmaterial berücksichtigt werden. Rezyklate aus chemischen Verfahren können die Rezyklatlücke verkleinern, sollten aber gleichzeitig nicht das mechanische Recycling kannibalisieren. „Wir brauchen einen regulatorischen Rahmen, der technologische Realität und Kreislaufwirtschaft zusammenbringt. Mechanisches Recycling hat immer Vorrang. Aber die Stoffströme, die heute überwiegend verbrannt werden, müssen substanziell zur Erfüllung von Rezyklatquoten aus der PPWR beitragen können“, fordert von Goetze. Einen weiteren Hebel sieht von Goetze in einer stärkeren Berücksichtigung chemischen Recyclings im Verpackungsrecht. Es brauche einen Anteil, der über die bislang vorgesehenen fünf Prozent für weitere Recyclingverfahren hinausgehe. Eine solche Anerkennung würde nicht nur die Rückführung zusätzlicher Kunststoffmengen ermöglichen, sondern auch Investitionssicherheit für Unternehmen schaffen, die in neue Sortier- und Recyclingkapazitäten investieren. Kreislaufwirtschaft braucht alle verfügbaren Lösungen Die JRC-Studie zeigt vor allem eines: Chemisches Recycling ist kein Allheilmittel. Es wird Neuware kurzfristig nicht preislich ersetzen können und auch mechanisches Recycling nicht verdrängen. Gleichzeitig kann es eine entscheidende Lücke schließen und bislang verlorene Stoffströme für den Kreislauf nutzbar machen. Angesichts wachsender Ressourcenknappheit und der Auswirkungen des Klimawandels wird die Frage künftig nicht sein, welche Recyclingtechnologie sich durchsetzt. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft entsteht nicht durch ein einzelnes Verfahren. Sie entsteht, wenn jede Technologie dort eingesetzt wird, wo sie den größten Beitrag zur Ressourcenschonung leisten kann. Quellen: JRC Publications - Economic viability of chemical recycling Ökobilanz zu den Leistungen der dualen Systeme im Bereich des Verpackungsrecyclings | oeko.de

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Nachhaltige Transformation: Neu formiertes Führungsteam für eine konsequente Kreislaufwirtschaft

Berlin/Köln. Mit Wirkung zum 1. August 2023 werden Sebastiaan Krol, Jan Kroker und Markus Müller-Drexel in die Geschäftsführung der Interzero Holding berufen. Gemeinsam mit Felix Held und Yi Guo, CFO der ALBA Group Asia, bilden sie das neue Führungsteam der Interzero-Gruppe. Mit seinem Austritt aus der ALBA Group vor einem Jahr formierte Dr. Axel Schweitzer die Interzero-Gruppe. Im Namen spiegelt sich wider, wofür Interzero steht: internationale „zero waste solutions“ – für eine Welt ohne Abfall. Mit dieser strategischen Neuaufstellung bietet Interzero seinen Kunden aus Industrie und Handel nicht nur komplette Kreislauflösungen und innovatives Kunststoffrecycling, sondern ist auch verlässlicher Partner für die Recycling- und Entsorgungsindustrie. Gleichzeitig ist Dr. Axel Schweitzer auch Gesellschafter der ALBA Group Asia, die hochwertige Recycling- und Abfallmanagementlösungen in Asien bietet und ihren Firmensitz in Hongkong hat. „Mit Innovationskraft und zukunftsweisenden Ideen sowie intelligenten digitalen und analogen Lösungen gehört Interzero zu den führenden Kreislaufwirtschaftsunternehmen in Europa. Das neue Führungsteam vereint die Kompetenzen unserer Geschäftsbereiche und Regionen und verdeutlicht unsere Überzeugung, dass Kreislaufwirtschaft ganzheitlich gedacht werden muss. Zudem wird Internationalisierung und Zusammenarbeit über Wertschöpfungsstufen und Unternehmensgrenzen hinweg von immer größerer Bedeutung für eine funktionierende globale Kreislaufwirtschaft. Die Schaffung eines gruppenübergreifenden Führungsteams ist ein folgerichtiger Schritt, der uns weiter voranbringen wird“, so Dr. Axel Schweitzer , Chairman und Gesellschafter Interzero . Neues fünfköpfiges Führungsteam der Interzero-Gruppe Sebastiaan Krol , CEO Interzero Circular Solutions (ICS), leitet weiterhin das operative Geschäft im Bereich Kreislauflösungen und wird sich zudem zukünftig gruppenweiten Themen wie bspw. der Digitalisierung, der Unternehmenskommunikation sowie des Marketings und Markenmanagements annehmen. Jan Kroker wird zum CEO der Interzero Plastics Recycling (IPR) ernannt (derzeit Interim-CEO) und verantwortet zukünftig neben dem Kunststoffrecycling sowie dem Bereich Technik und Anlagenbau ebenso die Personalentwicklung der Interzero-Gruppe. Markus Müller-Drexel , CEO Interseroh+, wird neben der Leitung des dualen Systems seine Erfahrung und Kompetenz im Zusammenhang mit den regulatorischen Rahmenbedingungen der Kreislaufwirtschaft einbringen und den Bereich Public Affairs führen. Zusätzlich baut er die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Kunststoffregranulate aus. Felix Held leitet weiterhin die Bereiche M&A und strategisches Portfoliomanagement. Yi Guo , CFO der ALBA Group Asia, komplettiert das fünfköpfige Führungsteam. Er wird den Ausbau der Schnittstellen zwischen Interzero und der ALBA Group Asia verantworten sowie seine jahrelange Erfahrung aus dem Aufbau der Recyclingaktivitäten in Asien einbringen. Drei Säulen für eine konsequente Kreislaufwirtschaft Die Interzero-Gruppe umfasst drei strategische Säulen und Geschäftsbereiche: Nachhaltige Kreislauflösungen – analog und digital – sind die Aufgaben der Interzero Circular Solutions (ICS) unter der Führung von Sebastiaan Krol (CEO) und Melanie Freytag (CFO). Die ICS entwickelt maßgeschneiderte zirkuläre Konzepte mit dem Ziel, Abfälle zu vermeiden und Stoffe im Kreislauf zu führen. Dazu gehören die Organisation weltweiter Rücknahmesysteme von Verpackungen, Produkten und Materialien verschiedenster Art, die Entwicklung und der Betrieb kompletter Kreislauflösungen für Unternehmen sowie umfassende Beratungsleistungen zur Abfallvermeidung im Sinne von Design for Recycling. Dabei bietet die ICS ihren Kunden u.a. die Digitalisierung von Kreislaufprozessen, die Bereitstellung digitaler Plattformen sowie ein flächendeckendes Netzwerk von Leistungs-, Entsorgungs- und Verwertungspartnern. Für umfassende Expertise im Kunststoffrecycling und als Marktführer in Europa steht der Unternehmensbereich Interzero Plastics Recycling (IPR) unter der Führung von Jan Kroker (CEO), Sebastian Waßermann (CFO), Uwe Küber (COO), Jacco de Haas (CCO) und Thomas Herkert (CTO). Als Innovationsführer deckt der Bereich sämtliche Kreislaufprozesse und Technologien ab, von intelligenten Erfassungssystemen über Hightech-Sortieranlagen bis zur Rezyklat-Produktion und der Vorsortierung für chemische Recyclingprozesse. Dazu gehören in Deutschland u.a. fünf Hightech-Sortieranlagen und die Entwicklung und der Betrieb von drei eigenen Recycling- und Produktionsanlagen für die Gewinnung und Vermarktung hochwertiger Recyclingrohstoffe. Die Interseroh+ unter der Führung von Markus Müller-Drexel (CEO), Michael Bürstner (COO) und Frank Kurrat (CSO) richtet ihr Angebot an Unternehmen, die nicht nur ihre gesetzliche Pflicht zur Verpackungslizenzierung erfüllen, sondern selbst Verantwortung für das Schließen von Recycling- und Rohstoffkreisläufen übernehmen und sich in dem Zuge den Zugriff auf wichtige Recycling-Rohstoffe sichern möchten („Recycling-Allianz“). Neben zusätzlichen Beratungs- und Analyseleistungen ergänzt die Entwicklung anwendungsspezifischer Regranulate für die Kunden über das eigene Forschungs- und Entwicklungszentrum das umfassende Leistungsspektrum. Über die ALBA Group Asia: Die ALBA Group Asia ist bereits seit mehr als 20 Jahren im Bereich der Entsorgungs- und Recyclingaktivitäten in Asien aktiv. Sie hat ihren Firmensitz in Hongkong. Weitere Niederlassungen befinden sich in China, Indonesien und Singapur. Mit ihrer Vision für eine Welt ohne Abfall konzentriert sich das Unternehmen auf vier Geschäftsfelder: Smart City Solutions, Plastics Recycling, Green Gas & Green Fuel Technology sowie Hazardous Waste Recycling & Management. Die ALBA Group Asia ist hervorgegangen aus den Asien-Aktivitäten der deutschen ALBA-Gruppe mit mehr als 50 Jahren Erfahrung in Deutschland und Europa, ist jedoch seit 2019 eine rechtlich eigenständige Unternehmensgruppe. Weitere Informationen finden Sie unter www.alba.com . Foto-Download PM-Download